Integrationen – Es leben die Unterschiede

Ein Berater hat mir mal gesagt, dass es bei erfolgreichen Fusionen zweier Firmen nicht so sehr darauf ankommt, dass es Unterschiede gibt, sondern wie mit diesem umgegangen wird.

Das ist aus meiner Sicht das wichtigste überhaupt: Mit den Unterschieden umgehen. Das impliziert, dass man Unterschiede wahrnimmt und diese reflektiert. Es reicht aber nicht, alleine das zu tun. Damit alleine wäre man noch in der Vergangenheit der beiden Unternehmen. Es muss nicht nur das eine und das andere betrachtet werden und dessen Unterschiede, sondern auch das Neue. Das was durch die Fusion geschaffen wurde bzw. gerade geschaffen wird.

Erst durch die Einbeziehung des Neuen im Kontrast zum Einen und zum Anderen kann die Zukunft in Angriff genommen werden.

15. August 2010 von Christoph Dopplinger · Permalink · Kommentieren
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Fusionen – Stress für Lieferanten?

Firmenfusionen sind oft von Umstrukturierungen innerhalb des Unternehmens begleitet. Das hat zur Folge, dass auch die Beziehungen zu Lieferanten verändert werden. Diese Veränderungen können bewirken, dass Lieferanten an Bedeutung für das Unternehmen verlieren und andere an Bedeutung gewinnen.

Die Auswirkungen von Ängsten und Hoffnungen sind in Phasen der Unsicherheit besonders deutlich zu beobachten. Das gilt auch für Lieferanten.

Ein Ausspruch, der mir vor kurzer Zeit untergekommen ist: „Du weißt ich bin eine Schlampe, und für Geld tu ich alles was meinen Fähigkeiten entspricht.“

11. Juli 2010 von Christoph Dopplinger · Permalink · 1 Kommentar
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Management – wozu?

Der Zweck von Unternehmen ist seinen Kunden Produkte oder Services zu bieten, die diese benötigen und für die diese Kunden bereit sind den geforderten Preis zu zahlen. Diese Tätigkeit erfolgt in einem komplexen Umfeld von Mitbewerbern, vor dem Hintergrund stärker werdender Globalisierung – kurz sich ständig verändernder Umweltbedingungen.

Nehmen wir nun mal an, diese Umweltveränderungen gäbe es nicht. Das Unternehmen würde seine Produkte oder Services seinen Kunden anbieten und diese niemals genug davon bekommen. Das Ergebnis wäre ein Unternehmen, das ohne Bedarf für Veränderung erfolgreich agieren würde. Das Management hätte lediglich systemerhaltende Funktion.

Es ist nun aber nicht so, sonder so wie eingangs beschrieben, verändert sich die Umwelt ständig.

In so einem Umfeld hat das Management die Aufgabe das Unternehmen einem ständigen Wandel zu unterziehen, der notwendig ist, um das Unternehmen stetig an die sich verändernden Umweltbedingungen anzupassen. Sie haben gleichsam die Vermittlungsfunktion zwischen dem Unternehmen und der Außenwelt, die sicherstellen muss, dass Wandel funktioniert.

8. Mai 2010 von Christoph Dopplinger · Permalink · 1 Kommentar
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Das neue St. Galler Management Modell: Resümee

Das Buch ist seit ein paar Tagen gelesen. Ich habe nun die notwendige Distanz einen Artikel zu verfassen., der zusammenfasst, was aus meiner Sicht das Wesentliche ist.

Das Modell basiert auf einem Systemischen Ansatz und integriert explizit die Bedeutung von nicht trivialen Regelkreisen. Ein mir wesentlich erscheinendes Merkmal ist auch in der Definition der Anspruchsgruppen gegeben. Damit wird der Rahmen eines Unternehmens wesentlich weiter gesteckt als unter der Annahme lediglich Kunden und Lieferanten würden an der Interaktion mit dem Unternehmen Interesse haben.

Darüber hinaus beschreibt es trotz der im Thema inhärenten Komplexität wie die einzelnen Elemente der Unternehmensführung (Strategie, Umweltanalyse, Ressourcen, Kultur, uvm.) miteinander in Verbindung stehen. Es gibt einen Bezugsrahmen in den man als Manager dann einzelne Methoden z.B. der Analyse, der Strategiefindung, des Prozessdesigns, der Innovation, uvm. Eingliedern kann.

Das Modell gibt diesen Bezugsrahmen – nicht mehr. Es leistet nicht, Entscheidungen vorwegzunehmen, es ist kein Kochrezept und dennoch vermag es Komplexität einfach zu beschreiben.

Falls Ihr mehr wissen wollt, ohne das Buch zu lesen: http://de.wikipedia.org/wiki/St._Galler_Management-Modell

P.S.: Bezugnehmend auf meinen gestrigen Artikel könnten die US-Militärs von den St. Galler Professoren ja abschauen wie man Information aufbereitet. Das Buch kommt bei einem komplexen Thema mit weniger als 90 Seiten aus.

3. Mai 2010 von Christoph Dopplinger · Permalink · Kommentieren
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Umgang mit Unterschieden: Integration

In diesem am weitesten entwickelten Stadium des Umganges mit Kulturunterschieden definieren sich Personen an der Summe der Verhaltensweisen, die ihnen ihr multikultureller Hintergrund zur Verfügung stellt. Es geht dabei nicht um die Verleugnung oder Ersetzung der ursprünglichen kulturellen Herkunft, sondern um die Integration aller kulturellen Kontexte, die zur Verfügung stehen.

Personen in diesem Stadium der interkulturellen Entwicklung sind frei zu entscheiden, welches Verhalten sie in einer Situation sinnvoll anwenden wollen. Sie tun das vor dem Hintergrund der Angemessenheit der Handlung im aktuellen kulturellen Kontext.

Abschlussbemerkung:

Für Firmenfusionen ist es wichtig zumindest das Stadium der Akzeptanz zu erreichen. Damit ist die Grundlage gelegt, um eventuell auch die weiteren beiden Stadien zu erreichen. Das ergibt sich zumeist ohnehin natürlich als Folge der Akzeptanz in der täglichen Zusammenarbeit von Mitarbeitern, der beiden fusionierten Firmen.

3. März 2010 von Christoph Dopplinger · Permalink · Kommentieren
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Umgang mit Unterschieden: Adaption

In diesem Stadium ist die Akzeptanz ergänzt um Verhaltensweisen, die das Erlernen von neuen Fertigkeiten ermöglichen um dadurch eine neue Sicht auf die Welt zu bekommen. Diese Fertigkeiten ergänzen die bereits in der eigen Kultur erworbenen. Der Schlüsse dabei ist, dass diese additiven Fertigkeiten in einem kulturbildenden Prozess erworben werden – Kultur ist kein Ding.

Der wichtigste Aspekt in diesem Stadium ist, die Entwicklung alternativer Kommunikationsfertigkeiten (verbal und non-verbal) um einen Zustand des gemeinsamen Sinnstiftung zu erreichen.

In diesem Stadium ist es erstmals möglich Empathie für die Individuen der anderen Kultur zu empfinden. Das setzt voraus, dass man sich in die Realität der anderen Kultur hineinversetzten kann und kurzfristig seine eigene Kultur dieser Erfahrung wegen aufzugeben.

Eine dauerhaftere Ausprägung dieses Stadiums stellt der Pluralismus dar. Damit ist gemeint, dass ein Individum mindestens zwei oder mehr kulturelle Referenzen verinnerlicht hat. Dadurch kann davon ausgegangen werden, dass eine Person damit auch generalisieren kann und es so leichter hat Kontakt mit neuen Kulturen herzustellen. Die Referenzerfahrung dafür ist intern abgespeichert.

Um Personen in diesem Stadium zu fördern empfiehlt sich diese in praktischen Kontexten den unterschiedlichen Kulturen auszusetzten. Für eine Firmenzusammenführung bedeutet das, dass diese Personen reif sind die Fusion anzugehen und keine Schwierigkeiten zu erwarten sind, die durch Kulturunterschiede begründet sind.

Das letzte Stadium “Integration” beschreibe ich morgen.

2. März 2010 von Christoph Dopplinger · Permalink · Kommentieren
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Umgang mit Unterschieden: Akzeptanz

In diesem Stadium akzeptieren und respektieren Individuen kulturelle Unterschiede. Unterschiede werden als notwendige und gewinnbringende menschliche Charakteristika akzeptiert.

Die Akzeptanz der Unterschiede können auf zwei Stufen erfolgen.

In der ersten Stufe werden unterschiedliche Verhaltensweisen akzeptiert und respektiert. Diese Verhaltensweisen inkludieren z.B.: Kommunikationsstile, Begrüßungsrituale, Du-Form oder Sie-Form in der Anrede, etc.

In der zweiten Stufe geht die Akzeptanz und der Respekt der anderen Kulturen auf die Ebene der Werte. Hier werden Unterschiede in den den Werten zugrundeliegenden Annahmen und Weltbildern akzeptiert.

Um Individuen in das nächste Stadium zu bewegen bedarf es der praktischen Anwendung der unterschiedlichen Verhaltensweisen in einem praktischen Kontext. Das kann als Simulation passieren, oder begleitet im Arbeitsumfeld, in dem Mitglieder unterschiedlicher Firmenkulturen die Notwendigkeit haben miteinander zu arbeiten.

Ist man dabei erfolgreich kommt ist es Möglich das nächste Stadium zu erreichen – die Adaption. Mehr dazu morgen …

1. März 2010 von Christoph Dopplinger · Permalink · Kommentieren
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Umgang mit Unterschieden: Minimierung

In diesem Stadium ist die Abwehr überwunden. Mitarbeiter sind damit beschäftigt alle Unterschiede unter dem Gewicht der kulturellen Gemeinsamkeiten zu begraben. Unterschiede die gesehen werden werden als unwichtig abgetan.

Generell kann man dieses Stadium daran erkennen, dass physisch Gemeinsamkeiten hervorgehoben werde oder aber Gemeinsamkeiten, die alle Individuen in gleichem Maße betreffen (z.B.: Gesetzte des Marktes, politische Prinzipien, das Göttliche – religionsunabhängig, etc.).

Um eine Person in das nächste Stadium zu entwickeln, ist es notwendig zu wissen, dass dazu ein Paradigmenwechsel notwendig ist. Wichtig ist in einem ersten Schritt die eigene Kultur so wahrzunehmen, dass diese als nicht universal gültig angesehen wird und die beobachtbaren Verhalten und Artefakte der Kultur eben spezifisch für diese eine Kultur sind. Danach kann man diese Erkenntnisse relativ zu anderen Kulturen setzen. Wichtig ist das dabei der Fokus auf den Unterschieden liegt und nicht auf der Bewertung dieser Unterschiede. Letzteres birgt die Gefahr, dass eine Regression auf eine der früheren Stadien passiert.

Ideal ist in diesem Stadium der Kontakt mit Vertretern der anderen Kultur in einem moderierten Kontext, der ein Setting schafft in dem ein konstruktiver Umgang mit den Unterschieden wahrscheinlich wird.

Ist das Stadium der Minimierung überwunden ist das nächste die Akzeptanz. Mehr darüber morgen …

28. Februar 2010 von Christoph Dopplinger · Permalink · Kommentieren
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Umgang mit Unterschieden: Abwehr

Im Stadium der Abwehr sind Personen, die das Stadium der Verleugnung hintersich gelassen haben. Die andere Kultur wird gesehen und als Bedrohung erlebt. Das führt zu einer aktiven Abwehr der anderen Kultur. Energie fließt in Verhaltensweisen, die die andere Kultur als negativ darstellen. Aber auch die aktive positive Darstellung der eigenen Kultur ist eine Möglichkeit im Stadium der Abwehr zu agieren.

Um aus diesem Stadium in das nächste (der Minimierung) zu kommen bedarf es Interventionen, die Gemeinsamkeiten in den Kulturen herausheben – natürlich vorrangig die positiv besetzten. Das ist wichtig zu wissen, weil man, würde man die Unterschiede positiv darstellen versuchen, das Stadium der Abwehr noch verstärkt.

Ist man aus diesem Stadium heraußen ist das nächste die Minimierung.

Mehr dazu in kürze.

26. Februar 2010 von Christoph Dopplinger · Permalink · 1 Kommentar
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Umgang mit Unterschieden: Verleugnung

In dieser Phase werden Kulturunterschiede schlicht verleugnet. Das kann sich Ausdrücken in Form von Isolation. D.h. schlicht durch räumliche Trennung. Oder die Phase ist manifestiert durch das verleugnen, dass Unterschiede existieren und einfach nur die Gemeinsamkeiten gesehen werden.

Im Kontext von Firmenzusammenführungen ist ein operieren in dieser Phase/diesem Stadium nicht sinnvoll, da Unterschiede von den Mitarbeitern einfach nicht gesehen werden. Da würde, wenn es anhält auch keine Möglichkeit bieten, die existierenden Unterschiede konstruktiv und komplementär zu nutzen.

Man erkennt dieses Stadium leicht dadurch, dass Mitarbeiter trotz wahrnehmbarer Unterschiede im Verhalten, diese nicht sehen. Es wird auch weiterhin friedlich nebeneinander gelebt aber Kooperation findet nicht statt.

Erkennt man als Führungskraft dieses Stadium in der Belegschaft können gezielte Maßnahmen helfen, die Unterschiede ins Wahrnehmungfenster zu rücken. Man kann zum Beispiel die beiden koexistierenden Gruppen wechselseitig Ihre Tätigkeiten und Verhaltensweisen beschreiben lassen. Allein mit der Beschäftigung werden die Unterschiede ins Wahrnehmungfenster gerückt und so evident.

Man muss sich dabei allerdings bewusst sein, dass die Mitarbeiter unweigerlich im nächsten Stadium landen – der Abwehr.

Wie man die Mitarbeiter dort aus dieser Phase herausbekommt in kürze …

25. Februar 2010 von Christoph Dopplinger · Permalink · Kommentieren
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